Warum ich mein Outfit plane, sobald ein wichtiger Termin im Kalender steht
- Heike Hensel

- 17. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Es gibt Termine, die uns schon Wochen vorher beschäftigen.
Ein Businessessen während einer Messe. Ein Netzwerktreffen. Ein Vortrag. Ein Workshop. Vielleicht ein wichtiges Kundengespräch oder ein Bewerbungsgespräch nach vielen Jahren.
Sobald der Termin im Kalender steht, beginnen die meisten von uns mit der Vorbereitung. Wir buchen das Hotel, organisieren die Anreise, bereiten Präsentationen vor oder überlegen uns, welche Fragen wir stellen möchten. Wir investieren Zeit in unsere Inhalte und möchten fachlich bestmöglich vorbereitet sein und trotzdem gibt es einen Punkt, den viele Frauen bis zuletzt aufschieben.
Die Entscheidung für das passende Outfit.
Ich kenne das selbst.
Früher habe ich mein Outfit häufig erst am Abend vor einem wichtigen Termin zusammengestellt. Nicht, weil ich keine Kleidung hatte. Mein Kleiderschrank war gut gefüllt. Sondern weil ich dachte, dafür würde sich schon noch eine Lösung finden.
Heute weiß ich, dass genau diese Entscheidung viel früher getroffen werden darf. Nicht, weil Kleidung wichtiger wäre als Kompetenz. Sondern weil sie mir etwas schenkt, das ich bei wichtigen Terminen nicht mehr missen möchte: Ruhe.
Ein Businessessen hat meine Sicht auf Outfitplanung verändert
Vor einigen Jahren war ich mehrere Tage auf einer Messe. Tagsüber standen Gespräche, Vorträge und viele Begegnungen auf dem Programm. Am Abend war ich zu einem gemeinsamen Businessessen mit Vorgesetzten, Geschäftleitung und Geschäftspartnern eingeladen.
Eigentlich hätte ich mich auf diesen Abend freuen können. Stattdessen stand ich am Vorabend vor meinem Kleiderschrank und stellte mir dieselben Fragen, die wahrscheinlich viele Frauen kennen.
Ist dieses Outfit passend?
Wirkt es zu schick?
Zu sportlich?
Zu auffällig?
Oder vielleicht zu zurückhaltend?
Damals wurde mir etwas bewusst, das mich bis heute begleitet.
Nicht mein Kleiderschrank war das alleinige "Problem". Ich hatte die Entscheidung über mein Outfit einfach zu lange aufgeschoben.
Seit diesem Abend hat sich meine Vorbereitung auf wichtige Termine verändert.
Heute plane ich nicht zuerst meinen Koffer – sondern mein Outfit
Sobald ein wichtiger Termin in meinem Kalender steht, beginne mit dieser Frage:
Wie möchte ich wirken?
Diese Frage verändert alles.
Denn plötzlich geht es nicht mehr darum, irgendein Outfit auszuwählen. Es geht darum, bewusst zu entscheiden, welche Botschaft ich mit meiner Kleidung unterstützen möchte.
Möchte ich besonders nahbar wirken? Klassisch? Kreativ? Ruhig? Souverän?
Genauso wichtig sind für mich die Rahmenbedingungen. Wie lange werde ich unterwegs sein? Bin ich den ganzen Tag auf den Beinen? Wie wird ungefähr das Wetter sein? Muss mein Outfit mehrere Programmpunkte an einem Tag abdecken? Welche Schuhe tragen mich auch nach vielen Stunden noch bequem durch den Tag?
Erst wenn ich diese Fragen beantwortet habe, öffne ich meinen Kleiderschrank.
Das dauert oft nur wenige Minuten. Der Unterschied ist jedoch enorm. Denn in dem Moment, in dem mein Outfit feststeht, verschwindet ein großer Teil der Unruhe, die viele Frauen unmittelbar vor wichtigen Terminen verspüren.
Verstehe mich bitte nicht falsch
In den vergangenen 35 Jahren durfte ich viele berufliche Situationen erleben – von Businessessen über Messen und Konferenzen bis hin zu Gesprächen mit Vorständen und Führungskräften.
Heute halte ich Vorträge, begleite Frauen auf ihrem Weg zu ihrer „Yes, that's me!“-Wardrobe und durfte mein eigenes Buch veröffentlichen.
Eines hat sich in all den Jahren nie verändert:
Natürlich ist deine Expertise das Wichtigste.
Und ganz ehrlich? Ich gehe erst einmal davon aus, dass du in dem, was du tust, richtig gut bist.
Doch gerade in einer Zeit, in der KI immer mehr Inhalte erstellt und vieles austauschbar geworden ist, reicht Fachwissen allein oft nicht mehr aus.
Menschen kaufen von Menschen.
Sie erinnern sich nicht nur an das, was du gesagt hast. Sie erinnern sich daran, wie sie sich in deiner Gegenwart gefühlt haben:
An deine Persönlichkeit.
An deine Ausstrahlung.
An deine Haltung.
Und genau dabei kann dein Outfit dich unterstützen.
Nicht, weil Kleidung wichtiger wäre als deine Kompetenz.
Nicht, um jemand anderes zu sein.
Und schon gar nicht, um perfekt auszusehen, sondern weil dein Outfit das sichtbar machen darf, was längst in dir steckt.
Dein Outfit entscheidet nicht darüber, wie kompetent du bist. Aber es kann entscheidend dazu beitragen, wie sicher du dich fühlst und genau dieses Gefühl strahlst du aus.
Gute Vorbereitung beginnt lange vor dem Kofferpacken
Viele Frauen investieren viel Zeit in ihre fachliche Vorbereitung. Sie erstellen Präsentationen, bereiten Gespräche vor, buchen Hotel und Bahn und planen ihren gesamten Ablauf bis ins Detail.
Warum also ausgerechnet die Outfitfrage dem Zufall überlassen?
Für mich gehört die Outfitplanung heute genauso selbstverständlich zur Vorbereitung wie die Inhalte eines Vortrags, die Unterlagen für ein Meeting oder die Buchung des Hotels.
Denn wenn mein Outfit bereits einige Tage vorher feststeht, reise ich entspannter. Ich packe gezielter, kaufe nicht hektisch noch „schnell etwas Passendes“ und kann meine Energie auf das richten, worum es bei diesem Termin wirklich geht.
Das hat nichts mit Oberflächlichkeit zu tun. Es ist vielmehr ein Zeichen von Wertschätzung – mir selbst gegenüber und den Menschen, denen ich begegne.
Deine Garderobe darf dich unterstützen
Genau das bedeutet für mich eine „Yes, that's me!“-Wardrobe.
Sie soll dir Entscheidungen erleichtern. Sie soll dich im Alltag begleiten und sie soll dich an den Tagen unterstützen, an denen du sichtbar sein möchtest.
Ob bei einem Businessessen, einer Messe, einem Vortrag, einem Netzwerktreffen oder einem Bewerbungsgespräch – dein Outfit sollte nicht zu einer zusätzlichen Baustelle werden.
Es darf dir Sicherheit schenken und darf deine Persönlichkeit unterstreichen.
Und es darf dich daran erinnern, wer du bist.
Denn genau das ist für mich die schönste Aufgabe von Kleidung.
Nicht, andere Menschen zu beeindrucken, sondern dich selbst dabei zu unterstützen, mit einem guten Gefühl aufzutreten.
Mein Impuls für dich
Schau heute einmal in deinen Kalender.
Gibt es in den nächsten Wochen einen Termin, der dir wichtig ist?
Dann warte nicht bis zum Abend vorher.
Nimm dir schon heute zehn Minuten Zeit. Überlege dir, wie du wirken möchtest. Stelle dein Outfit zusammen, probiere es an und mache ein Foto. Du wirst überrascht sein, wie viel entspannter sich der Termin anfühlt, wenn diese Entscheidung bereits getroffen ist.
Genau aus diesem Gedanken heraus habe ich meinen
Denn dort geht es nicht darum, immer mehr Kleidung zu besitzen. Es geht darum, Schritt für Schritt Ballast loszulassen und eine Garderobe aufzubauen, die dich unterstützt – in Business & Alltag genauso wie bei besonderen Momenten.
Damit du morgens nicht mehr planlos vor deinem Kleiderschrank stehst, sondern in den Spiegel schaust und mit einem Lächeln denkst:
„Yes … that's me!“ 🤍
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