Capsule Wardrobe ab 45: Vielleicht bist du ihr schon näher, als du denkst
Aktualisiert: 19. Aug.
Vielleicht kennst du diese wunderschönen Bilder einer Capsule Wardrobe. Wenige ausgewählte Kleidungsstücke, alles passt zusammen und der Kleiderschrank sieht wunderbar ruhig und aufgeräumt aus.
Und vielleicht denkst du dabei: Das würde bei mir niemals funktionieren.
Ich möchte dir heute ein bisschen den Druck nehmen, denn für mich bedeutet eine Capsule Wardrobe nicht, dass du nur noch 30 oder 40 Kleidungsstücke besitzen darfst.
Viel wichtiger ist eine andere Frage: Wie viel von dem, was in deinem Kleiderschrank hängt, trägst du wirklich gerne und kannst du immer wieder neu miteinander kombinieren?
Vielleicht bist du deiner persönlichen Capsule Wardrobe nämlich schon viel näher, als du gerade denkst.
1. Deine Capsule Wardrobe muss zu deinem Leben passen
Die Idee hinter einer Capsule Wardrobe ist eigentlich ganz einfach. Du hast eine überschaubare Auswahl an Kleidungsstücken, die sich gut miteinander kombinieren lassen, die du gerne trägst und die zu deinem Leben passen.
Und genau dieser letzte Punkt ist für mich besonders wichtig. Deine Garderobe darf vollkommen anders aussehen als meine oder die einer Frau, deren perfekt sortierten Kleiderschrank du gerade auf Instagram gesehen hast.
Vielleicht arbeitest du im Büro und brauchst regelmäßig Business Outfits, vielleicht arbeitest du überwiegend im Homeoffice, gehst gerne ins Theater, liebst Wanderungen, reist viel oder bist häufig mit deinen Enkelkindern unterwegs. All diese Dinge gehören zu deinem Leben und deshalb dürfen sie sich auch in deinem Kleiderschrank wiederfinden.
Eine Capsule Wardrobe sollte sich deinem Leben anpassen und nicht umgekehrt.
Gerade ab 45 verändert sich bei vielen Frauen einiges. Unser Körper verändert sich, unser Alltag vielleicht auch und manchmal fühlt sich Kleidung, die jahrelang selbstverständlich zu uns gehörte, plötzlich nicht mehr richtig an.
Vielleicht kennst du diesen Moment, in dem du vor einem gut gefüllten Kleiderschrank stehst und trotzdem denkst:
Irgendwie bin das nicht mehr ich.
Genau dann würde ich nicht als Erstes neue Kleidung kaufen, sondern zunächst auf das schauen, was bereits da ist.
Welche Hose trägst du immer wieder? Welche Bluse lässt dich morgens in den Spiegel schauen und denken: Ja, genau so möchte ich heute aussehen? Welchen Blazer kannst du sowohl zu Jeans als auch zu einer eleganteren Hose tragen?
Genau dort verstecken sich häufig schon die ersten Bausteine deiner Capsule Wardrobe.
2. Mehr Klarheit, mehr Kombinationen, mehr du
Manchmal kann schon eine kleine Veränderung für mehr Ruhe sorgen. Einheitliche Kleiderbügel zum Beispiel lassen einen Kleiderschrank optisch ruhiger wirken und helfen dabei, die Kleidung wieder bewusster wahrzunehmen. Ich erlebe bei meinen Kundinnen immer wieder, dass genau so ein kleiner Schritt plötzlich Lust macht, weiterzumachen und genauer hinzuschauen.
Auch deine Farben spielen eine wichtige Rolle. Eine Capsule Wardrobe bedeutet nämlich keineswegs, dass du ab jetzt nur noch Schwarz, Weiß, Grau oder Beige tragen musst.
Überlege lieber, welche Basisfarben du wirklich gerne trägst und gut miteinander kombinieren kannst. Dazu kommen deine persönlichen Wow Farben. Vielleicht liebst du Pink, Rot, Grün oder Türkis. Wenn sich bestimmte Farben in deiner Garderobe wiederholen, entstehen leichter neue Kombinationen und trotzdem sieht dein Kleiderschrank nicht nach irgendeinem Capsule Wardrobe Konzept aus.
Er sieht nach dir aus.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist, nicht mehr nur in einzelnen Kleidungsstücken, sondern in Outfits zu denken.
Eine wunderschöne Bluse, zu der nur eine einzige Hose passt, hilft dir im Alltag möglicherweise weniger als eine Bluse, die du mit mehreren Hosen, einem Rock und vielleicht sogar offen über einem Top tragen kannst.
Deshalb lohnt es sich, vorhandene Kleidung immer wieder neu auszuprobieren. Stecke deine Bluse einmal anders ein, kremple die Ärmel hoch, kombiniere deinen Blazer mit Jeans oder trage ein Kleidungsstück, das du bisher nur „für gut“ aufgehoben hast, ganz bewusst im Alltag.
Denn manchmal braucht dein Kleiderschrank kein neues Kleidungsstück.
Manchmal braucht er nur eine neue Idee.
3. Was darf bleiben und was darf gehen?
Natürlich gehört auch das Loslassen zu einer Capsule Wardrobe. Aber du musst dafür nicht an einem Wochenende deinen halben Kleiderschrank ausräumen und dich unter Druck setzen.
Schau lieber Schritt für Schritt hin und frage dich: Trage ich dieses Kleidungsstück wirklich gerne? Passt es zu meinem heutigen Leben? Fühle ich mich darin wohl? Kann ich es mit mehreren Dingen kombinieren?
Und dann kommt für mich noch eine ganz besondere Frage:
Schaue ich damit in den Spiegel und denke: „Yes, that's me!“?
Wenn die Antwort immer wieder Nein lautet, darfst du genauer hinschauen. Vielleicht braucht das Kleidungsstück nur eine neue Kombination oder eine kleine Veränderung. Vielleicht darf es aber auch weiterziehen und einer anderen Frau Freude machen.
Beides ist vollkommen in Ordnung.
Und bitte vergiss die perfekte Zahl. Ich glaube nicht an eine magische Anzahl von Kleidungsstücken, die bestimmt, wann dein Kleiderschrank eine Capsule Wardrobe ist.
Für mich zählt etwas anderes: Findest du morgens leichter ein Outfit? Kannst du deine Kleidung gut miteinander kombinieren? Trägst du einen großen Teil deiner Garderobe tatsächlich? Passt sie zu deinem heutigen Leben und fühlst du dich darin wie du selbst?
Dann bist du auf einem ziemlich guten Weg.
Denn das Ziel ist nicht der perfekte Kleiderschrank mit möglichst wenigen Kleidungsstücken. Das Ziel ist eine Garderobe, die dich unterstützt, dir das Anziehen leichter macht und dir immer öfter ein ehrliches Lächeln vor dem Spiegel schenkt.
Wie nah bist du deiner persönlichen „Yes, that's me!“-Wardrobe?
Vielleicht fragst du dich jetzt, wo du selbst gerade stehst und welcher nächste Schritt für dich sinnvoll sein könnte.
Genau dafür habe ich mein kostenloses „Yes, that's me!“-Wardrobe Quiz entwickelt.
In etwa 10 Minuten findest du heraus, auf welcher Etappe deiner Stilreise du gerade bist und bekommst persönliche Impulse für mehr Klarheit, Leichtigkeit und Lieblingsoutfits.
Denn vielleicht fehlt dir viel weniger, als du gerade denkst. Vielleicht hängen einige deiner zukünftigen Lieblingsoutfits längst in deinem Kleiderschrank.

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